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Als “Technische Schulden” bezeichnet man eine ganz neue Betrachtungsweise von Produktqualität und wie man damit umgehen kann. Es geht darum, sich einen Überblick zu verschaffen: Wenn bei einem Produkt irgendein Fehler oder Problem auftritt, welches behoben werden muss, verursacht dies wegen des zeitlichen und finanziellen Aufwands Kosten.
Wenn Sie Technische Schulden bei einem Produkt haben, erschwert dies die Arbeit mit diesem Produkt. Nicht nur für die Ingenieure, die Wege finden müssen, das Problem zu umgehen. Es wirkt sich auch auf Entscheidungsprozesse aus und schränkt die Wahlmöglichkeiten ein, wie Sie bestimmte Dinge anpacken. Auf Technische Schulden muss man auch “Zinszahlungen” leisten, denn solange die Schulden in Ihrem System stecken, zahlen Sie sie ständig ab. Und dadurch, dass Sie das Problem umgehen müssen, um wieder andere Dinge in Ordnung zu bringen, akkumulieren sich diese Zinsen. Das erschwert die Arbeit mit dem Produkt beträchtlich.
Bis jetzt waren Technische Schulden nur innerhalb der Software-Industrie ein Thema. Aber sie können auf jeden Industriezweig und jeden Produktionstyp ausgeweitet werden. So könnte Ihnen zum Beispiel Ihr PLM-System dabei helfen, die mit Ihrer Fertigung verbundenen Schulden – Produktretouren, Kundenbeschwerden und technische Probleme – an nur einer Stelle zu sammeln, so dass Sie den Überblick bewahren. Heutzutage werden diese unterschiedlichen Probleme in den meisten Firmen getrennt behandelt. Retouren werden an eine Stelle geleitet, Beschwerden an eine andere usw. So werden die Technischen Schulden nur teilweise angegangen und “abbezahlt”, ein Teil von ihnen bleibt also bestehen.
In der Software-Entwicklung, der bislang einzigen Branche, wo die Technischen Schulden angewendet werden, wurden diese errechnet, indem man ein Regelwerk aufstellte, was als gute Qualität gelten sollte. Ist da zum Beispiel ein Programmier- oder Syntaxfehler, der nicht korrigiert wird, wird die durch diesen individuellen Fehler verursachte Arbeit umgerechnet in die Minutenzahl, die es dauert, bis er behoben ist. Die Entwicklung der Schulden wird dann nachverfolgt, so dass man ermitteln kann, ob sie zu- oder abnehmen.
Wir können Ihnen dabei behilflich sein, Probleme aufzuzeigen und zu identifizieren, so dass Sie sich einen Gesamtüberblick über Ihre Technischen Schulden verschaffen können. Außer in der Softwarebranche ist diese Art, Produktqualität zu betrachten, bisher weitestgehend unerforscht. Wenn man jedoch diese Denkweise auch auf andere Branchen ausweitet, könnte das meiner Meinung nach dem Großteil unserer Kunden beträchtliche Vorteile bringen. Es müssen ja nicht unbedingt alle Probleme behoben werden – bei manchen wird es wohl teurer sein, sie zu richten als sie nicht zu korrigieren und so werden Sie sich mit einigen Problemen abfinden – aber wenn Sie bestimmte Technische Schulden “behalten”, werden Sie sich völlig im Klaren darüber sein, welche Fehler oder Probleme Sie in Ihrer Produktion haben könnten und Sie können selbst entscheiden, was Sie dagegen unternehmen werden.
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